The Oatmeal´s Exploding Kittens – Spielvorstellung

20160501_172408-1-1219.382 Unterstützer. 8.782.571 US-Dollar. 1 Kartenspiel. Das letztes Jahr über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com veröffentlichte Kartenspiel Exploding Kittens zeigte eindrucksvoll, wie Crowdfunding funktioniert – und sprengte sämtliche Rekorde. Was hat es mit diesem Spiel auf sich?

Wir haben es alle doch schon immer gewusst: Katzen, diese selbstverliebten, zickigen, kleinen Fellbündel haben es auf uns abgesehen und wollen uns terrorisieren. Sobald wir ihnen den Rücken zuwenden, verdrahten sie C4-Sprengsätze, lassen Dynamitstangen explodieren oder aktivieren weltweit Atombomben. Bitte was? Das erzählt uns zumindest das crowdgefundete Kartenspiel Exploding Kittens, einem kleinen Spiel welches aus nichts weiter als 56 illustrierten Katzenkarten besteht, und trotzdem immens groß wurde.

Exploding Kittens ist dabei so simpel zu erlernen wie es verrückt ist. Reihum spielen die Spieler ihre Handarten aus und beenden mit dem Ziehen einer Karte vom Nachziehstapel ihren Zug – und der nächste ist dran. Dabei spielt es sich wie ein Russisches Roulette, denn im Nachziehstapel sind mehrere Karten mit explodierenden Katzen (engl. exploding Kittens) versteckt. Zieht jemand eine dieser Karten, scheidet er aus. Der nächste Spieler ist dran, führt seinen Zug aus, zieht eine Karte, explodiert womöglich auch. Dies so lange, bis der letzte Spieler übrig geblieben ist. Doch was ein Katzenliebhaber ist weiß, wie einfach Katzen abzulenken sind. Ein Laserpointer im richtigen Moment hat noch so manche Katze vor Blödsinn bewahrt, ein laufender Fernseher und die Katze ist wie gefesselt vom dortigen Programm. Dafür gibt es verschiedene Aktionskarten im Deck oder auf den Händen der Spieler. „Defuse“-Karten bieten die erwähnten Ablenkungsmanöver, „Skip“-Karten verhindern dass man Karten ziehen und sich der Gefahr einer explodierenden Katze aussetzen muss und „Attack“-Karten zwingen den im Uhrzeigersinn folgenden Spieler, gleich zwei Karten zu ziehen. Andere Karten lassen einem ein Geschenk eines Mitspielers erhalten, manche sorgen dafür dass man sich selbst eine Karte wünschen kann: GUT wenn man genau weiß dass der Mitspieler noch seine „Defuse“-Karte auf der Hand hat. OPTIMAL wenn man weiß, dass eine Exploding Kitten-Karte schon explosionsbereit auf dem Stapel wartet. Dass einzuschätzen wird deutlich vereinfacht durch „See the Future“-Karten, auf dem Kopf gestellt wird diese Prognose wieder durch eine „Shuffle“-Karte. Der Zufall nimmt durch das Mischen des Ablagestapels wieder deutlich an Fahrt auf.actioncards

Minimaler Aufwand, Maximaler Erfolg. Dafür steht Exploding Kittens. Als es letztes Jahr veröffentlicht wurde, überrollte es den Spielemarkt förmlich und pulverisierte sämtliche bereits bestehenden Statistiken im internationalen Crowdfunding. Seine Macher, Elan Lee und Shane Small (beides eigentlich XBOX Mitarbeiter) und der Illustrator Matthew Inman (Grafiken für sein Projekt „The Oatmeal“) hatten 10.000 US-Dollar als Ziel veranschlagt – dieses Ziel wurde nach 20min erreicht. Nach Ablauf des eingeplanten Monats waren es letztendlich rund 220.000 Unterstützer welche fast 9 Millionen US-Dollar bereit waren zu investieren und machten dieses Spiel zum meistunterstützten Projekt aller Zeiten sowie zum höchstfinanzierten Spiel in der Geschichte der Crowdfunding Plattform.

Die Illustrationen sind so absurd wie das Thema des Spiels. Es sind bitterböse Alltagsszenarien aus dem Leben von Katzen und Besitzern, es sind vollkommen überzogenen fiese, schmerzende Wortwitze. Als Belohnung für die treue Gefolgschaft veröffentlichten die Macher dazu auch noch eine zweite Version des Spiels. Im „NSFW“-(Not safe for Work)-Deck finden sich genau die gleichen Bestandteile wie im Grundspiel, nur in noch verschärfter Version. Mehr Gewalt, mehr Fäkalien, mehr Genitalien – und noch dazu viel weniger Hemmungen. Dabei lässt diese Version den Spielern freie Wahl ob sie sich für eines von beiden Decks entscheiden oder beide zusammenmischen. Im letzteren Fall wird das zweite Deck zur Erweiterung und ermöglicht das Spielen statt mit 2 bis 5 Spielern plötzlich für 9 Spieler an einem Tisch. 9 Spieler, welche in knapp 15min viel über Absurditäten lachen können und nicht zu zart besaitet seien sollen. Denn Exploding Kittens macht allein schon wegen der Illustrationen soviel Spaß wie ein saftiger Tritt zwischen die Beine. Als Außenstehender. Welcher selber zutritt.

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