Der AStA spielt… „Wenn das Miteinander funktioniert, profitieren wir alle im Uni-Leben davon“ (Amanda Steinmaus im Interview)

800 Neuerscheinungen gab es zur Spiel!15 in den Messehallen Essen, dieses Jahr werden es sicher nicht weniger. Egal ob eines davon oder die zeitlosen Klassiker wie Siedler von Catan, Risiko, Carcassone oder Zug um Zug – gespielt wird immer. Innerhalb der letzten sechs Jahre war der Brettspielemarkt in einem noch nie dagewesenen Aufschwung, was seine Verkaufszahlen anging. Regelmäßig landen dazu die spannendsten Spiele auch in den Kulturseiten der großen Zeitungen, präsentieren auch Nachrichtenmagazine ihre Empfehlungen von den Spiel des Jahres-Listen. Dazu kommt eine gesteigerte Lust an Spieleabenden. Ab dem 18. Mai 2016 organisiert auch der AStA der Universität Duisburg-Essen einen solchen. Dieser Spieleabend wird abwechselnd regelmäßig in Duisburg und in Essen stattfinden. Anlässlich dieser neuen Spielereihe hab ich mich mit Amanda Steinmaus getroffen. Amanda ist aktiv im Referat für Kultur des AStA, welcher verantwortlich für die Spieleabende ist.
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Amanda, Du bist Kulturreferentin im AStA der Universität Essen-Duisburg und in dieser Funktion mitverantwortlich für die Organisation der Brettspielabende. Was macht das Kulturreferat? 
Ich bin aktiv im Kulturreferat der AStA der Universität Essen-Duisburg. Wir arbeiten hier gemeinsam an ganz verschiedenen kulturellen Projekten, da wäre unter anderem das jährliche Campus-Fest, welches dieses Jahr am 10. Juni in Essen stattfindet. Ein weiteres unserer Großprojekte ist die Semestereinstiegsparty. Wir haben dazu noch viele weitere, kleine Projekte:

Es gibt Vortragsreihen, regelmäßige Poetry Slams, Bastelabende, Konzerte – und jetzt eben einen regelmäßigen Spieleabend. Für den haben wir jetzt extra Spiele organisiert, wir werden uns um die Räumlichkeiten kümmern. Insgesamt gibt es für das Kulturreferat also 1000 Dinge zu erledigen. 

Wie viele Menschen gehören neben dir noch zum Organisationsteam? 
Ich bin eine von fünf Personen, welche dem Kulturreferat angehören. Wir sind alle gleichberechtigt, wobei der Spieleabend jetzt hauptsächlich in meinen Aufgabenbereich fällt. Wir haben zwar keine Hierarchien, aber natürlich sind die Aufgaben und Zuständigkeiten etwas aufgeteilt, sodass nicht jeder irgendwo reinpfuscht und alles nur halb macht.

Und der Spieleabend ist dein Projekt.
Ich hab auch privat schon Spieleabende veranstaltet. Gerade mit Freund*innen war das immer schon eine lustige und lockere Atmosphäre wo man gut zusammensitzen und lachen konnte. Jetzt im Speziellen wurde auf der letzten AStA-Klausurtagung dazu noch ein Spieleabend gewünscht. Weil ich da also auch schon meine Erfahrungen gemacht und Spaß dran habe, hab ich mich bereit erklärt die Organisation zu übernehmen.

Ist das der erste Spieleabend, der vom AStA ausgeht?
Es gibt bereits einen monatlichen Spieleabend vom SchwuBiLe – dem „Referat für Schwule, Bisexuelle, Lesben, Trans*-und Inter*-Menschen und Freunde an der Uni Duisburg-Essen“. Dieser läuft schon etwas länger und trifft sich an jedem ersten Montag im Monat. Vom Kulturreferat ausgehend ergänzen wir dieses Programm, um vielleicht auch noch eine weitere Gruppe von Leuten anzusprechen und einen weiteren Termin zum Spielen zu bieten.

Was erwartet die Teilnehmer denn auf den Spieleabenden? Was wollt ihr spielen? 
Wir haben einige neue Spiele angeschafft die man ausprobieren kann. Darunter sowas wie „Codenames“, wir haben „iKnow!“, „Wizard“, „Bang! The Dice Game“ oder „Mysterium“. Außerdem haben wir einige andere Brett- und Wissensspiele, z.B. ein Kartenspiel nur mit Ruhrpott-Motiven.

Dazu ist natürlich jede*r herzlich eingeladen, eigene Spiele mitzubringen und ihre*seine Favoriten zu präsentieren. Ich hoffe, dass diese Spieleabende vielen Studierenden insofern was bringen, als dass sie neue Leute kennenlernen, dass sie nicht nur passiv an Seminaren und Vorlesungen, sondern auch aktiv am Uni-Leben teilnehmen. Es gibt leider genug Student*innen die nur in ihrer Studentenbude hocken und keinen Anschluss finden. Wäre ja schön, wenn diese Menschen bei uns auch neue Freundschaften schließen.

Das Thema „Freundschaften und Kontakte knüpfen“ ist ein gutes Stichwort. Das Spielen an sich eignet sich ja auch sehr gut als Kommunikationsmittel, um neue Leute kennen zu lernen. Aber bin ich auch gerne gesehen wenn ich kein Student bin und niemanden kenne? 
Auf jeden Fall. Wir bemühen uns zwar hauptsächlich darum, dass bei uns an der Uni das Campus-Leben pulsiert, aber die Welt endet ja nicht mit dem Campus. Der Campus ist auch keine abgetrennte Blase und wir versuchen natürlich auch immer, mit unseren Veranstaltungen über den Campus hinaus zu wirken. 

Du hattest vorhin einen Einblick auf eure neuerworbenen Spiele gegeben. Erinnerst du dich an dein eigenes zuletzt erworbenes Spiel?
Das letzte Spiel welches ich neu bekam war ein Geschenk, nämlich „Sherlock Cluedo“. Ich spiele selber ansonsten gerne sowas wie Trivial Pursuit oder andere gängige Klassiker, die man halt so kennt.

Ich hab vor kurzem ein Gespräch mit jemandem geführt, der eigeninitiativ Spieleabende mit Kindern und Jugendlichen hier in Essen anbietet. Was macht das Gesellschaftsspielen für dich aus, was kann man aus einem Spieleabend mitnehmen? Unabhängig vom Gewinnen oder Verlieren.
Gerade bei diesem Thema finde ich es besonders schön, dass es die Möglichkeit bietet, verschiedene Menschen und verschiedene Teile der Gesellschaft miteinander zu vernetzen. Gerade mit dem Medium Brettspiel ist es leicht, neue Dinge und neue Menschen kennenzulernen, sodass Student*innen nicht nur Ihresgleichen treffen. Viele Leute haben oft Hemmungen neue Kontakte zu knüpfen, gehen zwar zu ihren Vorlesungen aber haben dort keine Gesprächspartner. Gezwungenermaßen interagiert man auf einem solchen Spieleabend mit anderen Leuten, kommt automatisch ins Gespräch. Und somit hat ein Spieleabend hoffentlich auch eine positive psychologische Wirkung, vor allem auf neue Student*innen, die sich vielleicht alleine fühlen und jetzt auch erstmalig alleine wohnen.

Es wird immer mehr gespielt, immer mehr Spieleabende organisiert. In den letzten 5 – 6 Jahren ist das Gesellschaftsspiel sowohl was Veranstaltungen angeht als auch durch reine Verkaufszahlen deutlich im Aufwind. Verschiedene Statistiken sprechen von einem jährlichen Wachstum von 20%. Woran könnte das liegen? Warum wird mehr gespielt?
Ein Grund dafür könnte sein, dass Spiele immer mehr Wert auf ein modernes Image legen. Ich hab das gemerkt, als wir für den Spieleabend eingekauft haben. Bei Roskothen in Duisburg traf ich auf zwei super enthusiastische Jungs, die mir alle möglichen Spiele gezeigt haben. Sowohl vom Design der zahlreichen Spiele als auch von den verschiedenen Variationen war ich ziemlich überwältigt. Ich denke, dass ein modernes Image und eine moderne Aufmachung beim Zielpublikum gut ankommen und die Verlage darauf immer mehr Wert legen. Dazu hat es einfach einen gewissen Charme, zusammen am Tisch zu sitzen.

Du hast den Spieleladen Roskothen in Duisburg angesprochen. In Essen gibt es mit dem FantasyEncounter in Rüttenscheid sowie AllGames4You in Überruhr auch zwei große Versandhändler für Gesellschaftsspiele, dazu hat der französische Spieleverlag Asmodee seine Deutschlandzentrale in Essen beheimatet. Wie informierst du dich über neue Spiele?
Jede*r, die*der auf unsere Spieleabende kommt, darf natürlich nicht nur ihre*seine Lieblingsspiele mitbringen, sondern auch so Anregungen in die Runde tragen, sodass wir eben auch erfahren, was für Themen aktuell so gefragt sind und was cool ist und welche Neuerscheinungen heiß ersehnt sind. Darüber hinaus bin ich natürlich auch gewillt, die Essener Spielelandschaft auszukundschaften und freu mich da über jeden neuen Tipp.

Ein weiteres Interview hatte ich vor einem Monat mit Jürgen Godlewski geführt, einem Spieleerfinder hier aus Essen. Sein Spiel „Gipfelstürmer“ ist ein kurzweiliges Würfelspiel mit hohem Ärgerfaktor. Ein anderes interessantes Projekt hier aus Essen ist Cold Blood, ein Kartenspiel, welches noch in der Entwicklung ist. Könnte man sowas auch vorstellen?
Das ist sicherlich ein interessantes Thema für die Zukunft. Wenn Vorstellungen von Prototypen gewünscht sind, klar. 

Was spielst du davon denn selber am liebsten? Kartenspiele oder Würfelspiele? 
Ich bin nicht so für Kartenspiele, wobei ich mich auch nicht davor sperre. Im AStA ist „Die Werwölfe vom Düsterwald“ auf jeden Fall recht beliebt. Bei dem Spiel kann man natürlich auch wunderbar diskutieren und kommunizieren. Wenn ein Spiel den Spieler*innen die Möglichkeit bietet, durch Diskussionen, Gespräch und Kommunikation dieses noch mitgestalten zu können, macht mir das am meisten Spaß. Das vorhin erwähnte Codenames hab ich genau auch deswegen besorgt.

Was verbindest du ansonsten noch mit Essen und dem Ruhrgebiet?
Mit dem Ruhrgebiet und mit Westfalen verbinde ich eine gewisse Direktheit und diese Malochermentalität. Was ich aber täglich an der Uni erlebe: Das Ruhrgebiet zeichnet besonders aus, dass hier viele verschiedene Menschen aus verschiedenen Regionen und Kulturen zusammen leben. Mich würde es freuen wenn unsere Spieleabende dieses breite Spektrum auch erreichen. Vielleicht bringen unsere Teilnehmer*innen ja auch Spiele mit, die selbst von ganz woanders herkommen. Denn wenn dieses Miteinander gut funktioniert, profitieren wir alle in unserem täglichen Uni-Leben davon.

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Wenn ihr auch andere Veranstaltungen des AstA im Auge behalten wollt, dürft ihr diesem natürlich gerne im Internet und über die sozialen Netzwerke folgen. Bei Facebook findet ihr laufend aktuelle Informationen, Nachrichten und Bilder vom studentischen Leben unter https://www.facebook.com/AStA.DuE/ Ebenso informiert der AStA dort auch über seine zahlreichen anderen Veranstaltungen, bietet Ansprechmöglichkeiten und -partner sowie Kontakthinweise.

Via Twitter ist er zu finden unter https://twitter.com/astadue bzw. @astadue. Die offizielle Homepage lautet http://www.asta-due.de/


Im Anschluss an das Interview mit Amanda bat ich sie, sich eine Spielfigur auszusuchen. Amanda, welche für die Grüne Hochschulgruppe im Studierendenparlament der Universität Duisburg-Essen sitzt, entschied sich passenderweise für einen grünen Hasen. Diese Figur sollte sie irgendwo an ihrer Uni fotografieren.

Dieser Hase aus dem Spiel DIXIT landete nun also vor der Uni Bibliothek. Das Spiel selbst ist vom Autor Jean-Louis Roubira im Libellud Verlag erschienen – vertrieben wird das 2008 veröffentlichte Spiel von Asmodee, welche ihre Deutschlandzentrale in Essen sitzen haben..

 

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