Frederic Moyersoen´s „Saboteur“ (AMIGO) – Spielvorstellung

 

20160608_111351Wer an die Stadt Essen denkt, denkt automatisch auch an den Bergbau. Ein beliebtes Thema, welches sowohl in der Fantasy als auch dem Gesellschaftsspiel häufige Einflüsse zu verzeichnen hat – zwei für mich sehr beliebte Themen, klar. Ein Gesellschaftsspiel, welches beides miteinander vereint ist das kleine Kartenspiel „Saboteur“ von Frederic Moyersoen. Es wurde 2014 vom AMIGO Spieleverlag veröffentlicht.

Saboteur ist ein Kartenspiel, welches auf ganz harmlose Art und Weise als Einführung in die sogenannten Verrätermechanismen angesehen werden könnte.
Die Spieler schlüpfen durch Zufall in die Rolle von Zwergen in einer Bergmine. Wie es zwergische Tradition ist, buddeln sich die Zwerge durch Auslegen ihrer Spielkarten durch die Mine und versuchen, bis zu den versteckten Goldschätzen vorzustoßen. Durch das Auslegen der Karten entsteht also ein Tunnelsystem, wenn die Zwerge durch dieses das Gold erreicht haben, gewinnen sie es. Im Spielaufbau gibt es jeweils 3 Schatzkammern, welche erreicht werden können, nicht alle davon sind mit Gold gefüllt.

Neben den ehrbaren, tüchtigen Zwergen gibt es allerdings auch recht zwielichtige, verräterische Zwerge. Manche Spieler bekommen zu Beginn des Spiels eine Karte zugesteckt, welche sie als Saboteur ausweisen. Die Rollen dürfen keinem anderen Mitspieler offenbart werden, und trotzdem müssen die Saboteure versuchen, das Vorhaben der anderen Zwerge möglichst unauffällig zu sabotieren. Ab diesem Punkt krankt das Spiel leider ein wenig. Klar ist es immer wieder schön wenn sich, wie zB auch in anderen Verräter-Spielen wie „Winter der Toten“ oder „Schatten über Camelot“ der ein oder andere Verräter abzeichnet, doch gibt es bei „Saboteur“ leider keine konkrete Handhabe dagegen. Im Laufe des Spiels ist es jederzeit ungewiss, wer alles Saboteur und wer normaler Zwerg ist, sogar wieviele Saboteure in diesem Spiel für bis zu 10 Mitspieler vertreten sind, ist nicht bekannt.

crystal Road

Soll von den Saboteuren von Anfang an möglichst gemeinsam mit den anderen Zwergen gebuddelt und in letzter Sekunde das Vorhaben sabotiert werden, so versuchen die restlichen Zwerge einen anderen Weg zu den verbliebenen Schatzkammern zu finden.

Role
Es gibt zwar Aktionskarten, welche die Gegner behindern sollen oder vermeintlichen Mitspielern helfen sollen, doch kommt zu keiner Zeit ein wirkliches „Wir“-Gefühl auf. Problematisch ist auch, dass es keine Sanktionen gegen Spieler gibt, welche sich als Saboteur enttarnt haben.

„Saboteur“ ist sicherlich ein Spiel welches, je nach Spielrundenzahl, mal so 15 bis 20min Spaß macht, aber auch nicht großartig zum Wiederholungsspiel einlädt. Da muss ich wohl erst noch etwas weiterbuddeln, um in einer Mine ein tatsächlich tolles Verräter-Bergbauspiel zu finden.

Fotografiert und in Szene gesetzt habe ich das Spiel selbst, zu sehen ist eine Förderlore aus der ehemaligen Zeche Emil-Emscher. Ausgestellt ist dieses Exponat im Umfeld des Stadion Essen. Diese Lore diente viele Jahre lang als Förderfahrzeug in den Altenessener Schachtanlagen.

Essen, eine der größten Städte Nordrhein-Westfalens und Deutschlands, wurde als Stadt erstmalig zur Mitte des 9. Jahrhunderts n. Chr. erwähnt, die ersten Belege über den Bergbau datieren auf das 14. Jahrhundert. Seitdem prägen der Kohlebau und zahlreiche Minen das Bild der Ruhrregion. Bis heute ist das Ruhrgebiet eng mit dieser Tradition verbunden.

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