Die Brettagogen: Mit dem Lieblings-Podcast zurück zur Schule

brettagoge_header_hpAls Kind war ich Schulpendler. Ich bin heute Berufspendler. Als Pendler lege ich jede Woche mehrere Stunden Fahrtzeit im Öffentlichen Personennahverkehr von Rhein und Ruhr zurück und verbringe auch etliche Kilometer an meinen Wochenenden in diesen. Vom Kindergarten angefangen bis über das Gymnasium, der Realschule (ich blieb einmal sitzen und musste die Schule wechseln) , später zur Berufsschule und zur Ausbildung bis heute – eigentlich immer fuhr ich Bus. Heute auch. Genug Zeit also zum Lesen, sich die Landschaft (im urbanen Dickicht des Dunstkreises Essen eher spärlicher Natur) und Musik hören – Früher waren es Hörspiele, heute höre ich mir dafür gerne einige Podcasts an, gerade mit Brettspielbezug gibt es da einige empfehlenswerte. Zum Beispiel die Brettagogen. Und mit denen darf ich 14 Jahre später wieder die Schulbank drücken.


Seit über einem Jahr gibt es den Podcast „Brettagogen“ – Und diesem verdanke ich so einige amüsante Stunden, welche ich ab 4 Uhr morgens unterwegs verbringe. Brettagogen ist ein Kofferwort (https://de.wikipedia.org/wiki/Portmanteauwort) aus „Brettspiel“ und „Pädagogen“. Die beiden Podcaster Daniel und Nico sind nämlich genau dies: Brettspieler und Lehrer. So werden die beiden in ihrem zweiwöchentlichen Podcast ganz förmlich zu „Herrn Wagner“ und „Herrn Noe“ – und ziehen die Lehrernummer von Anfang bis Ende eiskalt durch.

Diese Konsequenz und die Beibehaltung dieses Themas ist etwas, was mich von Anfang an in diesem Format so fasziniert. Diese Liebe zum Detail unterhält mich. War ich als Jugendlicher wenig fasziniert davon mich auf den täglichen Weg zur Schule zubegeben, freue ich mich heute im reifen Alter all diese vertrauten Elemente wieder aufnehmen zu können. Themenblöcke werden durch die Pausenklingel getrennt, Talkgäste werden zum „Nachsitzen“ gerufen, Vertretungslehrer als Unterstützung herbeigerufen und auch die Informationen und das Lernen kommen nicht zu kurz.

Alle zwei Wochen treffen sich Nico Wagner und Daniel Noe und reden dabei nicht bloß über Brettspielthemen, nein. Sie sprechen über Themen von Brettspielen! Sie gehen wortwörtlich dort weiter wo andere Brettspiel-Podcasts aufhören und reichern die spielerischen Themen tatsächlich mit Wissen und Informationen an. Wer sich die Folge zu den „Legenden von Andor“ von Michael Menzel anhört darf sich dabei zwangsläufig eine Exkursion zu griechischer Mythologie und dem Ursprung des Begriffes „Legende“ (Der Begriff leitet sich von dem mittelalterlich-lateinischen Ausdruck legenda ab, was so viel bedeutet wie „das, was zu lesen ist“) anhören, Scott Almes´ Harbour wird begleitet von einem Vortrag über weltweite Häfen und auf Cottage Garden folgt ein Aufsatz zum Thema Bienen und Gartenkultur.

Und wow, das ganze ist so gut gemacht. Man merkt Nico und Daniel die Liebe zu ihrem Projekt dermaßen an, jede Folge ist unheimlich gut recherchiert und ich fühle mich als Hörer ungemein gut „abgeholt“. So erfahre ich nicht nur eine Menge über aktuelle Spiele sondern erhalte noch einen direkten Mehrwert. Schön auch, dass das ganze funktioniert ohne dass es staubtrocken ist. Die beiden harmonisieren untereinander perfekt auch mit ihren Gästen, keiner versucht sich in den Mittelpunkt zu stellen oder zu klugscheißern und kriegt angemessene Redezeit. Man merkt dass die beiden auch privat richtig gut miteinander auskommen und sich Gäste einladen, die es verstehen sich untereinander „die Bälle zu zuspielen“. Sehr sympathisch wagen die Brettagogen auch in der Auswahl ihrer Gäste gelegentlich einen Blick weit über den Tellerrand hinaus. Neben bekannten Autoren und Spieleschaffenden aus dem Brettspielbereich finden sich auch immer wieder andere Prominente als Gesprächsgäste. Unaufgeregt und ohne Allüren sprechen dann auch mal so Namen wie TV-Moderator und -Schauspieler Bernhard Hoecker oder Ex-Fußballnationalspieler Jens Nowotny über ihr Hobby – das Brettspielen.

Starke Themenauswahl, durchweg interessante Gäste, gut produziert und eine tolle Tonqualität. Nico und Daniel kriegen von mir auf ihrem Zwischenzeugnis eine klare Empfehlung und ich wünsche mir noch etliche weitere Folgen ihres Brettagogen-Podcasts. Absolute Hörempfehlung!

Hier geht es zur Internetseite:
http://www.brettagoge.de/

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