Twilight Struggle / Gleichgewicht des Schreckens (GMT / UGG Games) – „…the children of tomorrow dream away, in the wind of change…“

edfWir sitzen wir uns gegenüber. Es riecht nach Schweiß. Diese Art von Schweiß die man nicht an einem hitzigen Sommertag oder nach überstandener Maloche vergießt, sondern der Schweiß der Angst. Es schwirrt über unseren Köpfen, als wäre die Luft elektrisch aufgeladen. Nichts weiter als mein Bruder, Ich und ein Spiel – „Das Gleichgewicht des Schreckens“ – beherbergt dieser Raum…. Weiterlesen „Twilight Struggle / Gleichgewicht des Schreckens (GMT / UGG Games) – „…the children of tomorrow dream away, in the wind of change…““

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Meine Top 10 der über alles geliebten Brettspiele, welche ich niemals verkaufen würde. Für kein Geld der Welt – niemals.

Weder stinkt Geld noch kann der Volksmund diesem absprechen, nicht die Welt zu regieren. Wir zahlen damit schließlich regelmäßg so grundlegende und überlebensnotwendige Dinge wie Nahrung, unsere Miete – natürlich auch unsere Brettspiele, die wir uns daraus kaufen können. Dafür arbeiten wir schließlich. Mein Job ermöglicht mir die kleinen Träume, Wünsche und Notwendigkeiten zu erfüllen. So sehr ich das Hobby Brettspiel allerdings auch mag, so scheue ich mich nicht mehr davor Spiele, die lange Zeit nicht gespielt wurden auch wieder zu verkaufen – ich brauche keine Spielesammlung von mehreren hundert Titeln, welche komplett mein Wohnumfeld in Beschlag nimmt. Erst aktuell hab ich in zwei Schüben 10 Titel verkauft, der Umsatz wurde allerdings auch direkt wieder reinvestiert.

Wenn das Geld knapp ist oder man auf die Ermöglichung eines großen Wunsches spart, ist jedes Mittel recht. Dennoch gibt es auch Dinge, die unbezahlbar sind: Emotionen sind ein Teil dieser nicht-bezifferbaren Werte. Manche meiner Spiele wecken soviele Erinnerungen und Gefühle in mir, dass es mir weh tun würde diese zu verkaufen.

Manche davon sind sicher nicht die besten Spiele der Welt, sind weder selten noch beneidet mich jemand um diese. Dennoch, ich liebe jede einzelne dieser Ausgaben für die erlebten Momente, für die Bedeutung des Titels, für die Verbindung zum Schenkenden – für die wundervollen Jahre mit ihnen im Regal – und es würde mich zum Heulen bringen, würde eines von ihnen jemals fehlen…  Deswegen gibt es heute meine „Top 10 der Brettspiele, welche ich niemals verkaufen würde“. Weiterlesen „Meine Top 10 der über alles geliebten Brettspiele, welche ich niemals verkaufen würde. Für kein Geld der Welt – niemals.“

Der Wahnsinn in Herne

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Blackfire Erklärbär Fabian – aus der Facebookgruppe „Brettspielwiese“ (https://www.facebook.com/groups/1648593545425131/)

Samstag, 13.00 Uhr – Feierabend auf der Arbeit und hinein ins ganz kurze Wochenende. Für´s nach Hause fahren bleibt keine Zeit, der Herner Spielewahnsinn wartet nicht und manche Dinge schiebt man nicht weiter nach hinten. Nur ganz kurz frischgemacht, Wechsel-T-Shirt übergezogen und weiter. Das Taxi stand auch schon bereit und meine Herner Reisegruppe wartete – es konnte losgehen. NRWs zweitgrößte Spielemesse, der Herner Spielewahnsinn startete auch für mich.  Weiterlesen „Der Wahnsinn in Herne“

„Mein Traumhaus“ von Klemens Kalicki (Pegasus) – Home, Sweet Home. [Spielerezension]

davFrauenspiele und Männerspiele – das sind zwei ganz besondere Kategorien meiner Freundin, in der man Brettspiele unterteilen kann. Für Frauenspiele gilt, laut einer von vielen Definitionen folgendes: Sie haben quietschbunte Grafiken, sehr niedliche Illustrationen, eine schlichte Spielmechanik und sind recht schnell erklärt. Oft sind auch Tiere mit dabei. Männerspiele sind alle anderen. Einen würdigen Vertreter dieser Gattung „Frauenspiel“ präsentierte Pegasus im letzten Jahr mit „Mein Traumhaus“. Weiterlesen „„Mein Traumhaus“ von Klemens Kalicki (Pegasus) – Home, Sweet Home. [Spielerezension]“

„Essen Spielt“ – Spielekultur trifft auf Industriekultur

Während anderswo am Samstag Mittag die Einkäufe für die kommende Woche erledigt werden, trifft man sich in Essen um zu Spielen. Der Fachhändler AllGames4You lud heute zu „Essen Spielt“ ein – eine von mehreren im Jahr stattfindenden Veranstaltungen im benachbarten kirchlichen Gemeindehaus in Essen-Überruhr, idyllisch gelegen an der Ruhr und im Schatten der ehem. Zeche Heinrich.

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Fiese Fragen

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„Das ist gemein, das ist eine fiese Frage“. Meg Griffin lacht. Dabei war die Frage die ich ihm anlässlich unseres Interviews auf den Ratinger Spieletagen vor einigen Wochen stellte, eine eigentlich recht simple. „Wenn du die Wahl hättest: Geld verdienen als Musiker oder als Spieleautor?“ wollte ich von ihm wissen. Man merkt ihm an wie hin- und hergerissen er ist. Eine Hin- und Hergerissenheit, welche sich scheinbar durch viele Ebenen zieht, und doch immer auf dem gleichen Boden aufbaut. Pures Engagement, Leidenschaft und Enthusiasmus, für alles was er anfängt.

Auf der einen Seite der Spieleautor, der den Prototypen seines Abenteuer/Heldenspiels Operation C seit Jahren immer wieder entwickelt und ausbaut, der hunderte Kilometer im Jahr reist um sein Spiel der Öffentlichkeit zu präsentieren und der auch nach stundenlangem Spielen immer noch die selbe kindliche Freude ausstrahlt, die Regeln zu erklären und über sein Spiel zu reden. Ein Brettspiel welches durch seine zahlreichen Anspielungen an Filme, Bücher und Videospiele aus Markus´s Kindheit eine spielgewordene Jugenderinnerung von ihm ist.

Und auf der anderen Seite die Rampensau, welche mit ihrem infernalischen Geschrei im Dienste der Death/Thrash-Metal-Band Pherese seit 2016 die Bühnen und Wände auch weit über ihre Lüdenscheider Heimat hinaus erzittern lässt. „Vom jetzigen Standpunkt aus würde ich sagen dass es in beiden Branchen schwer ist, Geld zu verdienen“, bleibt Markus realistisch. Eine realistische und zeitnahe Möglichkeit sein Brettspiel zu veröffentlichen sieht er genauso wenig wie die Möglichkeit, mit Musik Geld zu verdienen. Immerhin arbeitet und schreibt die Band laufend an neuen Stücken und plant für nächstes Jahr die Veröffentlichung ihrer ersten EP. Derzeit gibt es nur einige Live-Videos von vergangenen Konzerten.

Konzerte zu spielen sei auch das, was PHERESE in erster Linie ausmachen würde. Da stehen derzeit einige geplante an, unter anderem sind die Jungs am 19. Mai 2017 im Jugendzentrum in Essen-Werden. Da kann sich jeder davon überzeugen, mit wieviel Herzblut Markus Leers seine Projekte angeht. Denn soviel sei verraten: „Vom Herzblut her würde ich sagen Musiker. Das ist das, was im Moment mit gespielten und angekündigten Gigs im Vordergrund steht“, so letztlich die Antwort auf meine oben genannte Frage. Und während dieser Antwort strahlt er dann doch erneut diese Leidenschaft und den Enthusiasmus für eine Sache aus. Wir sehen uns also in Essen. Pherese @ JUZ Werden in Essen, Germany

https://www.facebook.com/events/439504896386573

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Thomas Spitzer´s Prototyp zu einem neuen Strategiespiel im Ruhrgebiet (#1)

17855034_1084423398329996_3693821223667526519_o (1)„Komm, spielst du mit?“ – Da sagte ich natürlich nicht ´Nein´ – Thomas Spitzer lud mich auf den Ratinger Spieletagen dazu ein, an seinem aktuellen Prototypen mitzuspielen. Hervorgegangen aus einem früheren Projekt namens „Vom Alt zum Pils“ ist dieses Projekt, welchem nur noch das Thema gemein ist. Es geht um Bier. Und wie es für Thomas Spitzer bekannt ist, das Ruhrgebiet. Ursprünglich sollte es in diesem Prototypen darum gehen verschiedene Biersorten zu brauen – dies sollte geschehen durch das Erwirtschaften und Handeln von Rohstoffen wie Weizen, Hopfen und Wasser. In einer Sackgasse angelangt hat Thomas das ganze Spiel verworfen und aufbauend auf Mechanismen von Kohle & Kolonie noch einmal neu begonnen.

Während der Spieletage spielten wir eine Partie mit drei Teilnehmern: Thomas selbst, einem Freund von ihm und mir. Jeder Spieler führt ein Kombinat aus verschiedenen Kleinstbrauereien im frühen Ruhrgebiet an. Kleine, noch unabhängige Brauereien in Städten wie Witten, Hattingen, Herne, Bochum oder Essen stellen die Auswahl derer dar. Die Spieler kaufen diese als Quelle zum Geldeinnehmen, sie lassen sich aufwerten um noch mehr Geld zu erwirtschaften. Es lassen sich eigene Arbeiter einsetzen um in der Brauerei zu arbeiten oder die Brauereien lassen sich mit Dampfmaschinen aufrüsten. Im Laufe der Spielzeit werden die Kleinstbrauereien einer Stadt, wie in der historischen Realität, zu größeren Industrien zusammengelegt. In diesen Konsolidierungsphasen bieten die Spieler in Auktionen gegeneinander, um die Mehrheit in den neu entstandenen Brauereien zu erringen. Neu entstandene Brauereien, aufgewertete Industrien und errungene Biersorten bringen Siegpunkte.

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17855566_1084423471663322_1001839505393195528_oIm derzeitigen Zustand, einer sehr frühen Version, ist die Nähe zu Kohle & Kolonie noch dermaßen präsent dass selbst Thomas sich immer wieder verhaspelt und „Brauerei“ mit „Zeche“ durcheinanderwirft – sehr charmant. Auch Großteile des restlichen Spieles erinnern massiv an Kohle & Kolonie. Ich möchte in den nächsten Wochen und in loser Reihenfolge gerne mal den ein oder anderen Blick auf das neue Projekt werfen und schauen wie es sich entwickelt. Weg von Kohle & Kolonie, vielleicht hin zu einem neuen Strategiekracher. Dann gibt’s auch mehr zu den Regeln und Mechaniken.

Eure Armut kotzt mich an!

umweltHalt Stopp, natürlich möchte ich jetzt nicht über arme oder geldbewusste Menschen herziehen. Mit diesem, durchaus provokanten Titel, möchte ich aber schon auf eine aktuelle Problematik aufmerksam machen: Die Gier nach der x-ten Rabatt-Aktion der großen Warenversandhändler und diese widerwertigen Schnäppchenschlachten – höchst asoziale Preise für unser liebstes Hobby. Sparsamkeit, die letztendlich genau die falschen trifft.

Wir alle sparen gerne Geld, wir sind froh wenn wir das ein oder andere Schnäpchen machen dürfen, wenn wir klug verhandeln, wenn wir im Brettspielladen um die Ecke wieder was günstiges mitnehmen dürfen. Jedes Angebot befriedigt das Belohnungssystem unseres Gehirnes. Billig einzukaufen lässt unser Gehirn Endorphine ausstoßen – körpereigene Glückshormone, die uns signalisieren dass wir glücklich haben zu seien sollen. Also nehmen wir die Schnapper gerne mit. Alles super also. Nirgends klappt das ganze jedoch so schnell und einfach wie im Internet, bequemer und fixer als im Geschäft – noch dazu hat nicht jeder eines in seiner Stadt. Das lange gesuchte Brettspiel für deutlich unter dem normalen Einkaufswert? Ab in den digitalen Warenkorb. Jeder Einkauf mit 20%, 30%, 40% Rabatt? Her damit. Und wieder wurde unser Glückshormon ausgeschüttet und wir nach einem stressigen Tag befriedigt. Was ist das für ein geiles Gefühl, wenn der Online-Händler mit Gutscheinen um sich schmeißt. Und wir als Käufer haben den ja mal voll abgezockt, weil wir so günstig wie nie bei ihm eingekauft haben. Weiterlesen „Eure Armut kotzt mich an!“