Meine Top 10 der über alles geliebten Brettspiele, welche ich niemals verkaufen würde. Für kein Geld der Welt – niemals.

Weder stinkt Geld noch kann der Volksmund diesem absprechen, nicht die Welt zu regieren. Wir zahlen damit schließlich regelmäßg so grundlegende und überlebensnotwendige Dinge wie Nahrung, unsere Miete – natürlich auch unsere Brettspiele, die wir uns daraus kaufen können. Dafür arbeiten wir schließlich. Mein Job ermöglicht mir die kleinen Träume, Wünsche und Notwendigkeiten zu erfüllen. So sehr ich das Hobby Brettspiel allerdings auch mag, so scheue ich mich nicht mehr davor Spiele, die lange Zeit nicht gespielt wurden auch wieder zu verkaufen – ich brauche keine Spielesammlung von mehreren hundert Titeln, welche komplett mein Wohnumfeld in Beschlag nimmt. Erst aktuell hab ich in zwei Schüben 10 Titel verkauft, der Umsatz wurde allerdings auch direkt wieder reinvestiert.

Wenn das Geld knapp ist oder man auf die Ermöglichung eines großen Wunsches spart, ist jedes Mittel recht. Dennoch gibt es auch Dinge, die unbezahlbar sind: Emotionen sind ein Teil dieser nicht-bezifferbaren Werte. Manche meiner Spiele wecken soviele Erinnerungen und Gefühle in mir, dass es mir weh tun würde diese zu verkaufen.

Manche davon sind sicher nicht die besten Spiele der Welt, sind weder selten noch beneidet mich jemand um diese. Dennoch, ich liebe jede einzelne dieser Ausgaben für die erlebten Momente, für die Bedeutung des Titels, für die Verbindung zum Schenkenden – für die wundervollen Jahre mit ihnen im Regal – und es würde mich zum Heulen bringen, würde eines von ihnen jemals fehlen…  Deswegen gibt es heute meine „Top 10 der Brettspiele, welche ich niemals verkaufen würde“.

Einer der hier genannten Titel wurde dann übrigens auch erst durch einen Verkauf aus meiner Sammlung ermöglicht. Welcher könnte das sein? Und welche sind eure emotionalen Höhepunkte?

edfLa Cosa Nostra – Johannes Sich (Hard Boiled Games)

La Cosa Nostra-Autor Johannes stammt aus dem selben Kaff und ging noch dazu auf die selbe Schule wie ich. Schon parallel für ein oder zwei Jahre, aber auch einige Stufen getrennt – wir kannten uns auch nicht, es gab aber irgendwie Verbindungen zu meinem Bruder. Dennoch ist es seit 2014 eine kleine Besonderheit für mich, dass ein Autor „von hier“ mit seinem Erstlingswerk einen Siegeszug um die halbe Welt startet. Sein interaktives, schwarzhumoriges Kartenspiel mit Mafia-Setting ist mittlerweile mehrfach übersetzt und wartet derzeit auf seine erste Erweiterung. Grund genug für mich, meine Ausgabe von La Cosa Nostra inkl. Zeichnung und Signatur von Johannes Sich auf jedenfall in meiner Sammlung zu belassen – komme was wolle.

Les Poilus – von Juan Rodriguez u. Fabien Riffaud (Sweet November)

Die Frage nach der Freundschaft ist eiedfne, mit der sich das Kartenspiel „Les Poilus – Ist die Freundschaft stärker als der Krieg?“ befasst. Les Poilus war eines meiner ganz persönlichen Highlights der letztjährigen Essener Spielemesse – nicht weil es ein spektakuläres Spiel darstellt, nein. Aber das Thema Krieg ist eines, welchen es sich in der Regel nur schwer zu nähern gilt. Das vollkooperative Kartenspiel behandelt den Krieg nur am Rande – und doch als wichtigstes Element. Es geht um die Schrecken der Schützengräben und die Wichtigkeit des Zusammenhaltes, um die Freundschaft und das Vertrauen zueinander. Beim Anblick der Unterschrift von Autor Juan Rodriguez kriege ich auch heute noch eine Gänsehaut. Natürlich verkaufe ich kein Spiel, in dem der Autor mich persönlich angesprochen hat.

Carcassone – von Klaus-Jürgen Wrede (Hans im Glück)

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Carcassonne  ist eine mittelgroße Stadt mit weit über 40.000 Einwohnern in Südfrankreich. Die eindrucksvolle Zitadelle gleichen namens gilt gemeinhin als Wahrzeichen der Stadt, umrahmt seit der Antike von einer wunderschönen Altstadt thront die Festungsanlage über allem. Doch „Carcassone“ ist weitaus mehr:

Abgelöst in Sachen Weltruhm wurde die Stadt am Mittelmeer mittlerweile von einem ganz anderen Bollwerk. Seitdem der Lehrer Klaus-Jürgen Wrede sein von der französischen Landschaft inspiriertes Plättchenlegespiel „Carcassone“ im Jahre 2000 über den Münchener Hans-im-Glück-Verlag veröffentlichte, hat dieses den Ruf Deutschlands als Brettspielnation weltweit nochmal untermauert und verteidigt ihn gemeinsam mit Spielen wie „Catan“ vehement – eben wie eine Festung.

Im Grundspiel, welches 2001 in Deutschland sowohl zum „Spiel des Jahres“ gewählt wurde als auch den „Deutscher Spielepreis“ gewonnen hat und in mehreren weiteren Ländern die begehrten Jahrestrophäen und Nominierungen einstreichen konnte, arbeiten mehrere Spieler gegeneinander an der Entstehung einer Art Landkarte, welche in schönen Illustrationen Fragmente von Wiesen, Städten oder Straßen zeigt. Reihum werden dazu jeweils identischgroße Plättchen aneinander gelegt und nach feststehenden Regeln seine „Meeple“ genannten Holzfiguren drauf postiert. Diese hier gezeigte Bigbox, welche ich vor zwei Jahren von meinem Bruder zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, beinhaltet neben dem Grundspiel auch noch zahlreiche Erweiterungen.

The Game – von Steffen Benndorf (Nürnberger Spielkartenverlag)edf

Zugegeben, ein Spiel in diesem stark gebrauchten Zustand wie das kooperative Kartenablegespiel „The Game“ von Steffen Benndorf würde mir wahrscheinlich sowieso keiner mehr freiwillig abkaufen. Die Karten sindabgegriffen und wellig, die Schachtel weist starke Abnutzungen auf, ist abgenutzt, zerkratzt und ein mittelgroßes Brandloch ziert den Namen des Spiel des Jahres-Nominierten. Doch machen diese Abnutzungen das Spiel zu einem für mich so bedeutsamen. Nicht umsonst bin ich weiterhin der Meinung dass The Game definitiv in der Lage ist, auch langandauernde, seit Jahren bestehende Freundschaften zu zerstören oder auf eine harte Bewährungsprobe zu stellen. Ich erinnere mich mit Schadenfreude an zwei Situationen, welche ich niemals vergessen werde. Es war 2016, im Rahmen eines Geburtstages spielten wir mehrere Partien The Game, als sich ein handfester Streit entwickelte, es wurde sich absichtliche Sabotage vorgeworfen und geschworen, in dieser Zusammensetzung nie wieder The Game anzurühren. Die zweite besondere Erinnerung an das Spiel betrifft den Brandfleck.

Meine beste Freundin hatte mich spontan zum Spieleabend mit ihrem neuen Freund eingeladen, da wir alle begeisterte Spieler waren ließ ich es mir nicht nehmen auch The Game vorzuschlagen. In einer ungestümen Bewegung schob meine beste Freundin die Spieleschachtel ein Stück zu nah an eine auf dem Tisch stehende Kerze und die Schachtel fing Feuer. Nur wenige Wochen darauf verzog diese beste Freundin von Wuppertal aus in die weite Welt, was die spontanen Spieleabende auf längere Sicht leider unmöglich macht. Was bleibt, ist ihr Brandfleck als Erinnerung.

Das Gerücht geht übrigens um dass dieser ausschlaggebend für die „on Fire“-Variante gewesen seien könnte. Beweisen kann ich das natürlich nicht.

„Die Kohle-Trilogie“ von Thomas Spitzer – bestehend aus Ruhrschifffahrt 1769 – 1890, Kohle & Kolonie und Haspelknecht (Spielworxx und Quined Games)

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Eine komplette Serie aus Strategiekrachern in dieser Liste – Thomas Spitzer bildet mit seiner Kohle-Trilogie genannten Reihe mehrere hundert Jahre Bergbau im Ruhrgebiet ab. Dabei behandeln Haspelknecht, Kohle & Kolonie sowie die Ruhrschifffahrt jeweils ein bestimmtes Thema aus diesem Bereich. So ging es in der Ruhrschifffahrt um den Transport der abgebauten Kohle über die Ruhr entlang, in Kohle & Kolonie um die Geschichte einzelner Bergwerke und ihre Zusammenlegungen zu den verschiedenen Großzechen im Ruhrgebiet und im Haspelknecht um die Anfänge des Bergbau – irgendwann vor 400 Jahren, mit einer Schippe und einer Hacke bewaffnet in einem Erdloch in Witten. Drei Themen, jedes absolut toll umgesetzt mit stimmigen Mechanismen. Thomas ist noch dazu ein echt sympathischer Gesprächspartner gewesen und die Spiele waren allesamt nicht ganz so günstig. Dazu kommen die seltenen Erweiterungen und Promoteilchen, welche ich zur Ruhrschifffahrt und zum Haspelknecht besitze. Die Seltenheit der Titel macht den letzten Grund aus, die Spiele niemals abzugeben.

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RISIKO – The Walking Dead Survival Edition (USAopoly)

Wieder ein altes Geburtstagsgeschenk meines Bruders, wieder ein hübsches Spiel mit tollem Thema. Diese Ausgabe von Risiko – The Walking Dead hat wieder ein paar Jahre auf dem Buckel und basiert auf der Comic-Reihe, nicht der TV-Serie. Die zahlreichen Illustrationen aus den Graphic Novels zieren das Spielmaterial und es wurden sinnvolle Regelergänzungen hinzugefügt, welche das Klima einer Zombie-Epidemie echt nett einfangen.

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Kuhhandel – Das Brettspiel – von Max Kirps (Ravensburger)

Das absolute Lieblingsspiel meiner Freundin gegen mich. Ein tolles Weihnachtsgeschenk eines von mir über alles verehrten Menschen und auch sonst ein unterhaltsames und etwas fieses Familienspiel. Meine Freundin und ich sehen uns dank einer Fernbeziehung nur alle paar Wochen, trotzdem versucht sie möglichst oft mich im Brettspiel zum berühmtem Kartenspielklassiker abzuziehen, daher ist es Pflicht dass ich dieses jedes mal mit zu ihr nehme. Meistens schafft sie es mit dem Gewinnen natürlich – ich bin einfach kein guter Bluffer, was sich in diesem Versteigerungsspiel als fatal herausstellt. Wir werden trotzdem auch noch in JAAAAAHREN dieses Spiel spielen. Ich liebe dich :-*

Bohnanza – von Uwe Rosenberg (AMIGO)
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DER Klassiker eines Altmeisters – das erste kommerziell erfolgreiche Spiel meines Lieblingsautoren Uwe Rosenberg war Bohnanza. Als ich dieses geschenkt bekam muss jetzt schon mindestens 10 Jahre her. Erneut war es mein Bruder mit seinem Gespür für zeitlose Evergreens, der mir dieses zu Weihnachten oder zum Geburtstag geschenkt hat. Seitdem hege ich Bohnanza wie meinen Schatz. Samt der Erweiterung eines der witzigsten Spiele in großen Gruppen und absolut untrennbar mit mir verbunden.

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