„Mein Traumhaus“ von Klemens Kalicki (Pegasus) – Home, Sweet Home. [Spielerezension]

davFrauenspiele und Männerspiele – das sind zwei ganz besondere Kategorien meiner Freundin, in der man Brettspiele unterteilen kann. Für Frauenspiele gilt, laut einer von vielen Definitionen folgendes: Sie haben quietschbunte Grafiken, sehr niedliche Illustrationen, eine schlichte Spielmechanik und sind recht schnell erklärt. Oft sind auch Tiere mit dabei. Männerspiele sind alle anderen. Einen würdigen Vertreter dieser Gattung „Frauenspiel“ präsentierte Pegasus im letzten Jahr mit „Mein Traumhaus“. Weiterlesen „„Mein Traumhaus“ von Klemens Kalicki (Pegasus) – Home, Sweet Home. [Spielerezension]“

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„Essen Spielt“ – Spielekultur trifft auf Industriekultur

Während anderswo am Samstag Mittag die Einkäufe für die kommende Woche erledigt werden, trifft man sich in Essen um zu Spielen. Der Fachhändler AllGames4You lud heute zu „Essen Spielt“ ein – eine von mehreren im Jahr stattfindenden Veranstaltungen im benachbarten kirchlichen Gemeindehaus in Essen-Überruhr, idyllisch gelegen an der Ruhr und im Schatten der ehem. Zeche Heinrich.

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Fiese Fragen

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„Das ist gemein, das ist eine fiese Frage“. Meg Griffin lacht. Dabei war die Frage die ich ihm anlässlich unseres Interviews auf den Ratinger Spieletagen vor einigen Wochen stellte, eine eigentlich recht simple. „Wenn du die Wahl hättest: Geld verdienen als Musiker oder als Spieleautor?“ wollte ich von ihm wissen. Man merkt ihm an wie hin- und hergerissen er ist. Eine Hin- und Hergerissenheit, welche sich scheinbar durch viele Ebenen zieht, und doch immer auf dem gleichen Boden aufbaut. Pures Engagement, Leidenschaft und Enthusiasmus, für alles was er anfängt.

Auf der einen Seite der Spieleautor, der den Prototypen seines Abenteuer/Heldenspiels Operation C seit Jahren immer wieder entwickelt und ausbaut, der hunderte Kilometer im Jahr reist um sein Spiel der Öffentlichkeit zu präsentieren und der auch nach stundenlangem Spielen immer noch die selbe kindliche Freude ausstrahlt, die Regeln zu erklären und über sein Spiel zu reden. Ein Brettspiel welches durch seine zahlreichen Anspielungen an Filme, Bücher und Videospiele aus Markus´s Kindheit eine spielgewordene Jugenderinnerung von ihm ist.

Und auf der anderen Seite die Rampensau, welche mit ihrem infernalischen Geschrei im Dienste der Death/Thrash-Metal-Band Pherese seit 2016 die Bühnen und Wände auch weit über ihre Lüdenscheider Heimat hinaus erzittern lässt. „Vom jetzigen Standpunkt aus würde ich sagen dass es in beiden Branchen schwer ist, Geld zu verdienen“, bleibt Markus realistisch. Eine realistische und zeitnahe Möglichkeit sein Brettspiel zu veröffentlichen sieht er genauso wenig wie die Möglichkeit, mit Musik Geld zu verdienen. Immerhin arbeitet und schreibt die Band laufend an neuen Stücken und plant für nächstes Jahr die Veröffentlichung ihrer ersten EP. Derzeit gibt es nur einige Live-Videos von vergangenen Konzerten.

Konzerte zu spielen sei auch das, was PHERESE in erster Linie ausmachen würde. Da stehen derzeit einige geplante an, unter anderem sind die Jungs am 19. Mai 2017 im Jugendzentrum in Essen-Werden. Da kann sich jeder davon überzeugen, mit wieviel Herzblut Markus Leers seine Projekte angeht. Denn soviel sei verraten: „Vom Herzblut her würde ich sagen Musiker. Das ist das, was im Moment mit gespielten und angekündigten Gigs im Vordergrund steht“, so letztlich die Antwort auf meine oben genannte Frage. Und während dieser Antwort strahlt er dann doch erneut diese Leidenschaft und den Enthusiasmus für eine Sache aus. Wir sehen uns also in Essen. Pherese @ JUZ Werden in Essen, Germany

https://www.facebook.com/events/439504896386573

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Thomas Spitzer´s Prototyp zu einem neuen Strategiespiel im Ruhrgebiet (#1)

17855034_1084423398329996_3693821223667526519_o (1)„Komm, spielst du mit?“ – Da sagte ich natürlich nicht ´Nein´ – Thomas Spitzer lud mich auf den Ratinger Spieletagen dazu ein, an seinem aktuellen Prototypen mitzuspielen. Hervorgegangen aus einem früheren Projekt namens „Vom Alt zum Pils“ ist dieses Projekt, welchem nur noch das Thema gemein ist. Es geht um Bier. Und wie es für Thomas Spitzer bekannt ist, das Ruhrgebiet. Ursprünglich sollte es in diesem Prototypen darum gehen verschiedene Biersorten zu brauen – dies sollte geschehen durch das Erwirtschaften und Handeln von Rohstoffen wie Weizen, Hopfen und Wasser. In einer Sackgasse angelangt hat Thomas das ganze Spiel verworfen und aufbauend auf Mechanismen von Kohle & Kolonie noch einmal neu begonnen.

Während der Spieletage spielten wir eine Partie mit drei Teilnehmern: Thomas selbst, einem Freund von ihm und mir. Jeder Spieler führt ein Kombinat aus verschiedenen Kleinstbrauereien im frühen Ruhrgebiet an. Kleine, noch unabhängige Brauereien in Städten wie Witten, Hattingen, Herne, Bochum oder Essen stellen die Auswahl derer dar. Die Spieler kaufen diese als Quelle zum Geldeinnehmen, sie lassen sich aufwerten um noch mehr Geld zu erwirtschaften. Es lassen sich eigene Arbeiter einsetzen um in der Brauerei zu arbeiten oder die Brauereien lassen sich mit Dampfmaschinen aufrüsten. Im Laufe der Spielzeit werden die Kleinstbrauereien einer Stadt, wie in der historischen Realität, zu größeren Industrien zusammengelegt. In diesen Konsolidierungsphasen bieten die Spieler in Auktionen gegeneinander, um die Mehrheit in den neu entstandenen Brauereien zu erringen. Neu entstandene Brauereien, aufgewertete Industrien und errungene Biersorten bringen Siegpunkte.

Dan

17855566_1084423471663322_1001839505393195528_oIm derzeitigen Zustand, einer sehr frühen Version, ist die Nähe zu Kohle & Kolonie noch dermaßen präsent dass selbst Thomas sich immer wieder verhaspelt und „Brauerei“ mit „Zeche“ durcheinanderwirft – sehr charmant. Auch Großteile des restlichen Spieles erinnern massiv an Kohle & Kolonie. Ich möchte in den nächsten Wochen und in loser Reihenfolge gerne mal den ein oder anderen Blick auf das neue Projekt werfen und schauen wie es sich entwickelt. Weg von Kohle & Kolonie, vielleicht hin zu einem neuen Strategiekracher. Dann gibt’s auch mehr zu den Regeln und Mechaniken.

Eure Armut kotzt mich an!

umweltHalt Stopp, natürlich möchte ich jetzt nicht über arme oder geldbewusste Menschen herziehen. Mit diesem, durchaus provokanten Titel, möchte ich aber schon auf eine aktuelle Problematik aufmerksam machen: Die Gier nach der x-ten Rabatt-Aktion der großen Warenversandhändler und diese widerwertigen Schnäppchenschlachten – höchst asoziale Preise für unser liebstes Hobby. Sparsamkeit, die letztendlich genau die falschen trifft.

Wir alle sparen gerne Geld, wir sind froh wenn wir das ein oder andere Schnäpchen machen dürfen, wenn wir klug verhandeln, wenn wir im Brettspielladen um die Ecke wieder was günstiges mitnehmen dürfen. Jedes Angebot befriedigt das Belohnungssystem unseres Gehirnes. Billig einzukaufen lässt unser Gehirn Endorphine ausstoßen – körpereigene Glückshormone, die uns signalisieren dass wir glücklich haben zu seien sollen. Also nehmen wir die Schnapper gerne mit. Alles super also. Nirgends klappt das ganze jedoch so schnell und einfach wie im Internet, bequemer und fixer als im Geschäft – noch dazu hat nicht jeder eines in seiner Stadt. Das lange gesuchte Brettspiel für deutlich unter dem normalen Einkaufswert? Ab in den digitalen Warenkorb. Jeder Einkauf mit 20%, 30%, 40% Rabatt? Her damit. Und wieder wurde unser Glückshormon ausgeschüttet und wir nach einem stressigen Tag befriedigt. Was ist das für ein geiles Gefühl, wenn der Online-Händler mit Gutscheinen um sich schmeißt. Und wir als Käufer haben den ja mal voll abgezockt, weil wir so günstig wie nie bei ihm eingekauft haben. Weiterlesen „Eure Armut kotzt mich an!“

„absolut einzigartig!“ – Juma Al-Joujou über seine Crowdfunding-Kampagne zu Clans of Caledonia

Als ich mir vergangenes Jahr zu einem unschlagbar guten Preis „Arler Erde“ gebraucht über eine Facebook-Verkaufsgruppe gekauft habe, war mir gar nicht bewusst wer der Verkäufer war. Juma Al-Joujou, selbst Spieleautor und bekennender Liebhaber von komplexen strategischen Spielen, verkaufte mir diesen Klassiker in nahezu perfektem, fast ungespielten Zustand. Sein nächster Verkauf könnte tatsächlich ungespielt und OVP bei mir eintrudeln, zum Zeitpunkt unseres letzten Gespräches bereitete er nämlich die Crowdfunding-Kampagne für sein eigenes Wirtschaftsspiel „Clans of Caledonia“ vor – welche genau jetzt in diesem Moment bei Kickstarter online geht.   Weiterlesen „„absolut einzigartig!“ – Juma Al-Joujou über seine Crowdfunding-Kampagne zu Clans of Caledonia“

Bodenständig und hemdsärmelig – „Haspelknecht – The Ruhr Valley“-Erweiterung von Thomas Spitzer (Quined Games)


ruhrvalleyGenau wie ich trieb sich Oliver vom Blog bretterwelten.de auf den Ratinger Spieletagen am Tisch von Spieleautor Thomas Spitzer herum. Genau wie ich war er von Thomas´Schaffen begeistert und genau wie ich hat er sich dessen „Ruhrtal“-Erweiterung für den Haspelknecht noch vor Ort gekauft. Im Gegensatz zu mir hat er sich aber in Ratingen auf eine Partie der neuen Erweiterung mit dem Autor und Stefan aus den Niederlanden eingelassen – mit beiden spielte ich wiederrum eine Partie eines neuen Prototypen, welchen ich beizeiten noch kurz vorstellen werde. Umso schöner dass sich Oliver bereit erklärte,  ein paar Worte für die Neuerscheinung zu verfassen. Ich hab ja bereits zur Genüge  liebevoller Worte für den Haspelknecht gefunden.  
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„OPERATION C ist eine Hommage an die 80er Jahre“ – Meg Griffin über seinen Dungeon Crawler im Interview (Ratinger Spieletage 2017)

20170408_112840Noch bevor ich überhaupt vom Brettspiel OPERATION C von Markus „Meg Griffin“ Leers erfahren hab, fielen mir in verschiedenen Facebookgruppen seine geposteten Schätze aus Kindheitstagen auf. Videokonsolen und Brettspielraritäten, die SEGA MegaDrive Konsole neben Talisman, der originale Gameboy (der graue Kasten natürlich) neben Agatha´s letzter Wille oder Der Schatz des Vul-Khan. Wer mochte das sein? Über sein Facebookprofil – ich habe gestalkt, ich gebe es ja zu – stieß ich neben seiner Leidenschaft für Retro-Zeitvertreib zu seinen aktuellen Projekten. OPERATION C – ein Dungeon Crawler in absurd-bunter Grafik ist eines davon. Auf den Ratinger Spieletagen konnte ich meinen Namensvetter dann zum Interview treffen. Weiterlesen „„OPERATION C ist eine Hommage an die 80er Jahre“ – Meg Griffin über seinen Dungeon Crawler im Interview (Ratinger Spieletage 2017)“

Kohle, Kohle, Kohle… – Die „Kohle-Trilogie“ erhält Nachwuchs. Spieleautor Thomas Spitzer im Interview (Ratinger Spieletage 2017)

thomasspitzerNachdem Thomas Spitzer 2011 den angesehenen Hippodice-Spieleautorenwettbewerb mit seinem Titel RUHRSCHIFFFAHRT gewinnen konnte ging es los mit seinem Lieblingsthema. Der Bergbauregion Ruhrgebiet und den Orten seiner Heimat widmete er seitdem eine komplette Spielereihe. Die drei komplexen Expertenspiele „Ruhrschifffahrt“, „Kohle & Kolonie“ sowie „Haspelknecht“ gingen insgesamt weit über 6000 mal über die Ladentheken der Brettspielfachhändler und fanden Fans bis in die USA. Jetzt steht mit der Haspelknecht-Erweiterung „The Ruhr Valley“ Nachwuchs an in der Kohle-Trilogie, aber auch für die anderen Titel zeichnen sich ganz besondere Neuigkeiten ab. Also traf ich mich mit Thomas auf den Ratinger Spieletagen zum Interview: Weiterlesen „Kohle, Kohle, Kohle… – Die „Kohle-Trilogie“ erhält Nachwuchs. Spieleautor Thomas Spitzer im Interview (Ratinger Spieletage 2017)“