Fiese Fragen

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„Das ist gemein, das ist eine fiese Frage“. Meg Griffin lacht. Dabei war die Frage die ich ihm anlässlich unseres Interviews auf den Ratinger Spieletagen vor einigen Wochen stellte, eine eigentlich recht simple. „Wenn du die Wahl hättest: Geld verdienen als Musiker oder als Spieleautor?“ wollte ich von ihm wissen. Man merkt ihm an wie hin- und hergerissen er ist. Eine Hin- und Hergerissenheit, welche sich scheinbar durch viele Ebenen zieht, und doch immer auf dem gleichen Boden aufbaut. Pures Engagement, Leidenschaft und Enthusiasmus, für alles was er anfängt.

Auf der einen Seite der Spieleautor, der den Prototypen seines Abenteuer/Heldenspiels Operation C seit Jahren immer wieder entwickelt und ausbaut, der hunderte Kilometer im Jahr reist um sein Spiel der Öffentlichkeit zu präsentieren und der auch nach stundenlangem Spielen immer noch die selbe kindliche Freude ausstrahlt, die Regeln zu erklären und über sein Spiel zu reden. Ein Brettspiel welches durch seine zahlreichen Anspielungen an Filme, Bücher und Videospiele aus Markus´s Kindheit eine spielgewordene Jugenderinnerung von ihm ist.

Und auf der anderen Seite die Rampensau, welche mit ihrem infernalischen Geschrei im Dienste der Death/Thrash-Metal-Band Pherese seit 2016 die Bühnen und Wände auch weit über ihre Lüdenscheider Heimat hinaus erzittern lässt. „Vom jetzigen Standpunkt aus würde ich sagen dass es in beiden Branchen schwer ist, Geld zu verdienen“, bleibt Markus realistisch. Eine realistische und zeitnahe Möglichkeit sein Brettspiel zu veröffentlichen sieht er genauso wenig wie die Möglichkeit, mit Musik Geld zu verdienen. Immerhin arbeitet und schreibt die Band laufend an neuen Stücken und plant für nächstes Jahr die Veröffentlichung ihrer ersten EP. Derzeit gibt es nur einige Live-Videos von vergangenen Konzerten.

Konzerte zu spielen sei auch das, was PHERESE in erster Linie ausmachen würde. Da stehen derzeit einige geplante an, unter anderem sind die Jungs am 19. Mai 2017 im Jugendzentrum in Essen-Werden. Da kann sich jeder davon überzeugen, mit wieviel Herzblut Markus Leers seine Projekte angeht. Denn soviel sei verraten: „Vom Herzblut her würde ich sagen Musiker. Das ist das, was im Moment mit gespielten und angekündigten Gigs im Vordergrund steht“, so letztlich die Antwort auf meine oben genannte Frage. Und während dieser Antwort strahlt er dann doch erneut diese Leidenschaft und den Enthusiasmus für eine Sache aus. Wir sehen uns also in Essen. Pherese @ JUZ Werden in Essen, Germany

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„Haspelknecht“ v. Thomas Spitzer (Quined Games) – ein Spiel welches die Luft des Kohlenpotts atmet, lebt und liebt .

haspelWer im Ruhrgebiet aufwächst, wer den sonntäglichen Familienspaziergang mit der Familie zwischen Baldeneysee und Kemnader See verbracht hat, der weiß die Vorzüge des Pott als Wanderregion zu schätzen. Kaum eine Gegend ist so idylisch wie die weiten Landschaften um Städte wie Essen, Hattingen, Bochum und Witten. Seit früher Kindheit trieb es mich Woche für Woche gemeinsam mit den Eltern und meinem Bruder um die Seen und die Naturschutzgebiete, ließ uns Denkmäler erkunden und Geschichte erleben. Weiterlesen „„Haspelknecht“ v. Thomas Spitzer (Quined Games) – ein Spiel welches die Luft des Kohlenpotts atmet, lebt und liebt .“

Leidensgeschichten – „Agricola“ von Uwe Rosenberg (Lookout Spiele) – ganz persönliche Eindrücke

20170221_235958„Ich hab Depressionen. Vor einigen Wochen hab ich mich selbst in die Tagesklinik einweisen lassen und werde nun mit einem Psychologen meine Therapie in Angriff nehmen“ – mein bester Freund, ein Überhaupt-nicht- und Noch-nie-Brettspieler hatte mich eiskalt mit diesen Worten erwischt. Seit einiger Zeit hatte er sich bereits zurückgezogen, das merkte ich zwar, aber natürlich dachte ich mir nix weiter dabei. Weiterlesen „Leidensgeschichten – „Agricola“ von Uwe Rosenberg (Lookout Spiele) – ganz persönliche Eindrücke“

„Arler Erde“ v. Uwe Rosenberg (Feuerland Spiele) – eine Spielevorstellung im Ostfrieslandurlaub

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Stur und eigensinnig, etwas kühl und zurückhaltend – also friesisch herb, wie die Werbung es ausdrückt, seien unsere Nordlichter. Ostfriesland sei ein rauer Küstenstrich, der Witterung am Meer und mit Ebbe und Flut den Gezeiten ausgesetzt, heißt es. Eindrücke, die ich so unterschreiben kann. Seit frühester Kindheit war der Nordsee gemeinsam mit meinen Eltern der alljährliche Sommerurlaub gewidmet. Gerade Aurich, die zweitgrößte ostfriesische Stadt, hatte es meiner Familie angetan. Irgendwann war die Zeit der Familienurlaube vorbei, ich verließ das Elternhaus und ging eigene Wege – zugegeben reichte es auch, nach 15 Besuchen im fernen Niedersachsen.

Irgendwann sieht man sich allerdings immer wieder, so kam es dass ich dieses Jahr meine Freundin davon überzeugen konnte, unseren ersten gemeinsamen Urlaub an den Stätten meiner Kindheit zu verbringen. Ich wollte nach Aurich, wollte Emden, Dornum und wollte die Küsten wiedersehen, die mich durch die Jugend führten. Und vorallem wollte ich nach Arle. Weiterlesen „„Arler Erde“ v. Uwe Rosenberg (Feuerland Spiele) – eine Spielevorstellung im Ostfrieslandurlaub“

Verschollen auf einer einsamen Insel – Spielvorstellung

Mit kooperativen Brettspielen ist es ja immer so eine Sache, der eine liebt sie, der andere kommt damit nicht zurecht. Zu groß ist die Hürde welche sich einem bieten kann, wenn es nicht darum geht den anderen immer einem Schritt voraus zu sein. Stattdessen kommt es weitaus mehr darauf an sich mit den Mitspielern abzusprechen,
gemeinsam zu agieren und Pläne auszuhecken.

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